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Wie heisst das Zauberwörtchen? – Wenn Bitte und Danke erwartet werden

Stehts höflich zu sein, hat in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Bitte und Danke gehören zum guten Ton und das wird auch von unseren Kindern erwartet. Sätze wie: „Wie heisst das Zauberwörtchen?“ oder „Wie sagt man da?“, bekommen viele Kinder täglich zu hören. Warum sich das für mich falsch anfühlt meinem Kind ein Danke aufzudrängen, möchte ich dir nun aufzeigen.

Woher kommt diese Angst vor unhöflichen Kindern?
Das lösst es in meinem Kind aus
Dankbarkeit vorleben
Weg mit dem Höflichkeitsdruck
Achte dich mal


Woher kommt diese Angst vor unhöflichen Kindern?

Geleitet durch die Angst unhöfliche Kinder grosszuziehen, bestehen viele Eltern schon in frühen Alter auf Bitte und Danke. Denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Eine Ansicht, die viele Mitmenschen noch immer teilen. Bitte und Danke soll also früh gelernt sein.

Es ist auch die Erwartungshaltung anderer, die uns sehr oft verunsichern lässt.

Der erwartende Blick der Kassiererin, die dem Kind gerade einen Traubenzucker hinhält.

Das enttäuschte Gesicht der Oma, wenn sich das Kind nicht für das Geschenk bedankt hat.

All das bringt uns oft in für uns unangenehme Situationen und wir zwingen unser Kind auf, sich zu bedanken.

Wir haben es selbst so gelernt und es fühlt sich unglaublich normal an, dies so weiter zu führen. Getrieben durch die Angst, die uns in unserer Kindheit eingepflanzt wurde. Und auch suggeriert durch unsere Kultur, keine gute Mutter zu sein, wenn man das Kind nicht zur Höflichkeit erzieht.

Das lösst es in meinem Kind aus

Dieses „lehren“ der Dankbarkeit ist kontraproduktiv und im weitgehenden Sinn sogar schädlich. Dem Kind wird einen Dankes-Mechanismus beigebracht, das mit echter Dankbarkeit nichts gemein hat. Es wurde einfach nur antrainiert.

Durch das ständige Belehren vermitteln wir unserem Kind, dass seine Gefühle nicht in Ordnung sind. Der gefühlte Scham und die Erniedrigung prägen die Kinder und geben ihnen den Glaubenssatz „ich bin nicht gut“ mit auf ihren Lebensweg. Freundlich formuliert macht es die ganze Sache nicht besser, es sendet noch mehr widersprüchliche Botschaften an dein Kind.

Wir ziehen somit kleine Roboter gross, die zwar Dankbarkeit wiedergeben können aber es in keiner tiefen Verbindung mit sich selbst leben.

Dankbarkeit vorleben

Eine authentische, wertschätzende, dankbare und respektvolle Grundhaltung vorleben, ist das was wir stattdessen tun können. Kinder die eine dankbare Grundhaltung vorgelebt bekommen, übernehmen es automatisch auf ihr eigenes Leben.

Der Kinderarzt Remo Largo schrieb in seinem Buch: „Das Kind ist biologisch darauf angelegt, sein Verhalten nach Vorbildern auszurichten“. Sie spiegeln also unser Verhalten.

Einmal mehr liegt es in unserer Verantwortung als authentische Vorbilder unseren Kindern Dankbarkeit und Höflichkeit vorzuleben.

authentische, wertschätzende, dankbare und respektvolle

Weg mit dem Höflichkeitsdruck

In der Öffentlichkeit übernehme ich die Verantwortung für das Danke sagen. Ich bedanke mich bei der Kassierin für den Traubenzucker. Und nehme so den Druck von meinen Kindern.

In unserem Umfeld spreche ich das Thema an und bedanken mich gegeben falls auch im Namen meiner Kinder, wenn ein Dankeschön erwartet wird.

Ich weiss, in manchen Familien lassen sich solche Themen einfacher ansprechen und erklären, warum du das nicht möchtest. In anderen Familien muss man sich stärker für sich selbst und seinen eigenen Ansichten stark machen. Lass dich hier nicht in eine Verteidigungsposition drängen.

Doch ich erachte als am aller wichtigsten, wie du die Situation mit deinen Kindern handhabst, denn du bist ihre wichtigste Bezugsperson in ihrem Leben und dein Vorleben der Dankbarkeit wird ihre Früchte tragen.

Vielleicht braucht es anfänglich ein wenig Mut, den teilweise Verurteilenden Blicken anderer Menschen Stand zu halten. Doch hier gilt der Leitsatz: Es ist nicht wichtig was andere über dich denken, wichtig ist das es sich für DICH richtig anfühlt.

Achte dich mal

Eine kleine Aufgabe an dich. Achte dich mal im Alltag, wie du mit solchen Situationen umgehst und spüre dann in dich hinein. Fühlt es sich richtig an? Wie steht es um deine Dankbarkeit, lebst du deinen Kindern wahrhaftige Dankbarkeit vor?

Und wenn du Veränderung möchtest, stresse dich nicht. Einen Schritt nach dem Anderen. Das du dir es Bewusst wirst, ist der wichtigste Schritt in die Veränderung. Nimm dir Zeit und beginne bei dir.

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