Tragemama,  Tragen

Tragen ist Liebe

Ein kleines Baby. Ganz nah. Ganz nah an Mamas Brust. Eingewickelt in Stoff. Kuschlig warm und geborgen. Beschützt und behütet. Tragen ist Liebe.

Das Tragen bringt so unglaublich viele Vorteile mit sich. Nicht nur für dich als Mama sondern auch für dein Baby. Warum unsere Babys das Tragen lieben, möchte ich dir gerne etwas näher bringen.



Nähe heisst Überleben

Anders als ein Baby, stellt sich ein Fohlen direkt nach der Geburt auf die Beine und kann selbständig laufen. Wir Menschen aber sind sogenannte psysologische Frühgeburten.  Das menschliche Baby braucht uns, uns Eltern.

Reisen wir zurück, weit zurück in die Steinzeit. Nähe bedeutete überleben. Wurde das Baby auf den Boden abgelegt, bedeutete dies Gefahr. Kälte, wilde Tiere, Insekten, verhungern oder gar vergessen werden. Der sicherste Ort war bei den Eltern. Die Mama nährt das Baby. Die Mama wärmt das Baby. Die Mama beschützt das Baby.

Steinzeit, na gut. Ist schon ewig her, zurück zu heute.

Babys werden geboren und, wenn alles gut verläuft, direkt der Mutter auf die nackte Brust gelegt. Schon bald suchen die kleinen Wesen nach der Brust um zu trinken. Nähe und Geborgenheit ist für diese kleinen Wunder unglaublich wichtig.

Tagen ist Liebe. Ein kleines Baby ganz nah an Mamas Brust. Neugeboren getragen

Entspanntes Baby, Tragebaby?

Mit dieser Aussage wage ich mich auf ein dünnes Eis. Grundsätzlich sind unsere Säuglinge Tragebabys. Das Tragen entspannt sie, uns das hat tiefe Wurzeln in die Vergangenheit.

Hast du dich auch schon einmal gefragt, warum dein Baby sich schneller beruhigt, wenn du aufstehst und umhergehst? Ja es hat tatsächlich eine beruhigende Wirkung auf dein Baby. Ich habe eine Studie gelesen, die das ganz wie folgt erklärt:

„Grund für die prompte Reaktion ist ein koordiniertes Zusammenspiel unterschiedlicher Regulationsmechanismen von Nervensystem, Motorik und Herzkreislaufsystem. Ihre Studie ist die erste, schreiben sie, die die verblüffenden Ähnlichkeiten dieser Tragestarre bei Menschen und Mäusen herausarbeitet. Sie vermuten, dass die Reaktion ein ganz wesentlicher Bestandteil der Interaktion zwischen Mutter und Kind ist, der sich im Laufe der Evolution entwickelt hat und bewahrt wurde – etwa um eine Flucht zu erleichtern, die mit einem ruhigen Jungen besser zu bewerkstelligen ist als mit einem aufgewühlten.“ Quellenangabe: www.wissenschaft-aktuell.de

Der Puls senkt sich, der Körper entspannt sich und das Schreien lässt meist nach. Hier will ich noch anmerken, dass das bestimmt nicht auf jedes Baby zu trifft. Keine Regel ohne Ausnahmen.

Tragen schützt dein Baby

Direkt aus Mama’s Bauch kommt dein Baby in die weite unbekannte Welt. Nach der Geburt passiert unglaublich viel. Die gesamte Verwandtschaft und Freunde möchten natürlich den neuen Erdenbürger begrüssen und am besten noch mit dem kleinen süssen Schatz kuscheln.

Überall wird dein Baby mit Liebe überhäuft und alle wollen einen Blick in den Kinderwagen werfen. Doch diese viele neue Eindrücke sind für einen Säugling schnell zu viele. Viel neues führt schnell zu Reizüberflutung.

Auch hier kann Tragen eine gute Lösung für dich und dein Baby sein. Du schützt dein Nähe bedürftiges Baby von zu vielen neuen Eindrücke und lässt es bei dir zur Ruhe kommen. Das Tragen gibt deinem Baby ein Stück Geborgenheit aus dem Bauch zurück. Es kann deinen Herzschlag hören. Es ist wohlig warm und es riecht nach Mama.

Bauchwehmonster? Ab in die Trage

Bauchschmerzen und Tragen haben auf den ersten Blick keinen Zusammenhang. Doch auch da kann das Tragen hilfreich sein. Der Körperkontakt wärmt das kleine Bäuchlein. Auch die sogenannte Anhock-Spreizhaltung kann von Vorteil sein. Für deinen kleinen Schatz, kann das Tragen bei Bauchweh angenehmer sein. Probier es mal aus.

Unter Anhock-Spreizhaltung versteht man eine natürliche Position, welche Babys einnehmen. Die kleinen Beinchen sind angezogen, die Knie auf Nabelhöhe und die Oberschenkel leicht gespreizt. Eine sogenannte M-Position.

Mein Tragetuch, mein Retter

Es gibt bestimmt Babys, die lassen sich von Anfang an gut ablegen. Doch meine Töchter haben beide das erste halbe Jahr praktisch auf mir gelebt. Bei meiner älteren Tochter habe ich ein Tragetuch geschenkt bekommen als sie etwas zwei Monate alt war. Ab da habe ich endlich wieder ein bisschen Bewegungsfreiheit gewonnen.

Von ihrem Kinderwagen war sie kein grosser Fan. Die wunderschönen Spaziergänge, die ich mir in der Schwangerschaft ausgemalt habe, wurden nur noch zu Stress. Nach sechs Monaten zog auch noch eine Trage bei uns ein, so wurde mein Mann zum Trage Papa.

In der zweiten Schwangerschaft war ich besser vorbereitet. Das Thema Tragen hat mich intensiv die ganze Schwangerschaft durch begleitet. Viel habe mit anderen Mamas ausgetauscht und nachgelesen. Aktuell habe ich fünf Tragetücher, einen Ring Sling und zwei Tragehilfen. Alle haben ihre Vorteile.

Meine zweite Tochter ist ein absolutes Tragebaby. Von Anfang an. Sie hatte stark mit Reizüberflutung zu kämpfen und das Tragen hat unseren Alltag unglaublich entspannt. Am liebsten mag sie das Tragetuch.

Der Alltag mit zwei Kindern ist anstrengend und ich bin froh, dass ich die Babymaus viel tragen kann. So habe ich beide Hände frei für die grosse Schwester. Einkaufen, putzen, kochen, Spaziergänge, Spiel und Spass mit meiner grossen, das alles mit Baby im Tuch. Es hat mir den Alltag echt erleichtert!

Willkommen in der Tragewelt

Die Tragewelt ist riesig. Es gibt eine riesige Auswahl an Tragehilfen. Elastische oder gewebte Tragetücher. Unterschiedliche Tragehilfen wie Mei Tai, Komforttragen oder Onbu’s. Und zu guter letzt der Allrounder Ring Sling. Zum binden, zu klicken oder zum kletten. In dicken und dünnen Varianten. Für Neugeborene oder für ältere Kinder.

Meinen Tipp ist, lass dich nicht von der Vielfalt verunsichern. Da ist bestimmt auch was für dich dabei. Egal für was du dich entscheidest, das wichtigste dabei ist, dass du deinem Baby diese Nähe und Geborgenheit schenkst. Geniesse eure gemeinsame Tragemomente und eure Kuschelzeit.

Ich freue mich von dir zu lesen welche Tücher oder Tragen dein Alltag erleichtern. Lass mir gerne einen Kommentar da. Bei Fragen melde dich, ich freue mich, wenn ich dir weiterhelfen kann. Bis bald.

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