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Einschlafbegleiten – Wenn es Abends mal länger dauert

Der Tag war anstengend, der langersehnte Feierabend wartet und dein Kind findet einfach nicht in den Schlaf. Kommt dir das bekannt vor? In meiner Schwangerschaft habe ich mir meine Abende als Mama ganz romantisch vorgestellt. Die Realität, von Stundem langem Einschlafbegleiten und meine romantische Vorstellung von gemütlich meinen Feierabend zu geniessen, liegen heute Meilen weit auseinander.

Die Gesellschaft, in der wir leben, suggeriert uns Mamas ein Bild von dem Schlafverhalten unserer Kinder, das nichts mit dem natürlichen sein von uns Menschen gemeinsam hat. Die nächsten paar Minuten möchte ich dich mit nehmen in meine Welt des Einschlafbegleiten. Gemeinsam mit dir möchte ich anschauen, was dein Kind braucht um friedlich in den Schlaf zu finden. Und dir Ideen an die Hand geben um die Abende entspannter zu gestalten.

Eine kleine Übersicht:
Was dein Kind braucht
Den Tag verabschieden
Einschlafen will einfach nicht klappen
Mama, ich bin müde – Selbstbestimmt ins Bett
Abends im dunkeln Zimmer
Ich drück dich liebe Mama

Was dein Kind braucht

Der Tag war spannend, so viel neues hat dein Kind entdeckt und erforscht. Abends dann den Tag los zulassen und sich in den Schlaf fallen lassen, fällt vielen Kindern schwer. Dein Kind braucht deine Begleitung, deine Sicherheit.

Wir Menschen haben ein grosses Bedürfnis nach Sicherheit. Das liegt in unserem Ur-Instinkt. Denn ein Baby, das nicht in Sicherheit bei den Eltern ist, befindet sich in grosser Gefahr. So war es zumindest früher. Ich meine damit das Steinzeit-früher. Die Zeiten haben sich geändert, doch das ist in uns allen noch tief verankert.

Also für dein Kind ist das liebevoll eingerichtete und kuschlig warme Bett nicht von Bedeutung, wenn innerlich die Alarmglocken klingeln. Was es in diesem Moment braucht bist DU. Denn du schenkst dem Kind die gebrauchte Geborgenheit, um sich sicher zu fühlen. Ganz simpel ausgedrückt: Deine Nähe bedeutet → Sicherheit → das führt zu Entspannung → dein Kind findet in den Schlaf.

Mama ich brauch dich ganz nah bei mir. Bei dir fühle ich mich geborgen, du gibst mir Sicherheit. Bleib bei mir, halte mich bis ich in den Schlaf gefunden habe.

Den Tag verabschieden

Um entspannter in den Abend überzugehen, kündige frühzeitig die zu Bett geh Zeit an und lasse dein Kind sein Spiel beenden. Parkiert die Autos gemeinsam in die Garage, bringt die Plüschtiere ins Bett oder wie bei meinen Pferde verrückten Mädchen, bringt die Pferde in den Stall und füttert sie.

Eine Abendroutine zu haben, wird überall empfohlen und auch ich halte es für sinnvoll. Es gibt dem Kind einen gewissen Halt, es weiss genau was jetzt kommt. Die Kinder gestalten, je älter sie sind, die Abendroutine gerne mit. Kinder sind unglaublich kreativ und bringen ihre Ideen gerne mit ein, frag sie mal danach.

Es muss nichts weltbewegendes sein. Sie soll lediglich dazu dienen nochmal den Fokus aufs Kind zu legen und den Tag gemeinsam abzuschliessen. Sozusagen den Liebestank des Kindes nochmals kräftig auffüllen, bevor es ins Traumland gleiten darf.

So sieht die Abendroutine bei uns aus:

Nach dem Schlafanzug anziehen, Zähne putzen und dem Gang aus WC/Wickeln, lesen wir alle gemeinsam, eingekuschelt in unsere Bettdecken, eine Geschichte. Danach darf jeder von seinem Tag berichten und wir überlegen gemeinsam was morgen für den neuen Tag alles ansteht. Zum Schluss singen wir noch gemeinsam ein Gute Nacht Lied.

Einschlafbegleiten

Einschlafen will einfach nicht klappen

Es gibt Abende, Tage oder wie bei uns Wochen, da ist das Einschlafbegleiten einfach nur mühsam. Dein Kind liegt hellwach neben dir, von Müdigkeit keine Spur, obwohl der Mittagsschlaf kurz war oder gar ganz ausgefallen ist. Das Einschlafen will einfach nicht klappen.

In diesem Moment passiert bei den meisten Eltern etwas, was in dieser Situation auch nicht wirklich förderlich ist, wir verfallen dem Stress. Vor dem innerem Auge erscheint eine Liste, was alles noch erledigt werden muss. Die geliebte Fernsehserie beginnt in 20 Minuten, die vielleicht gerade heute unglaublich spannend wäre. Oder der sehnliche Wunsch, einfach einmal Zeit für sich zu haben, taucht auf.

Ein Kind, das nicht einschlafen kann, kann nun mal einfach nicht einschlafen. Es wird schnell zu einer Stresssituation für dich und dein Kind. Den Schlaf versuchen zu erzwingen, lösst bei deinem Kind noch mehr Stress aus. Wie finde ich da wieder raus?

In solchen Momenten ist es sinnvoll, einfach die Bett-Situation wieder zu verlassen. Euch beiden den Druck raus zu nehmen. Wir setzen uns auf das Sofa, schauen uns ein Buch an oder trinken einen Tee.

Wenn du dann merkst dein Kind ist müde, aber findet nicht in den Schlaf, kannst du nochmals versuchen es ins Bett zu bringen. Doch beginnt der Stress wieder, ist es sinnvoll über Alternativen nachzudenken.

  • Einen kleinen Trage Spaziergang unternehmen
  • Das Kind im Kinderwagen durch die Gegend schieben
  • Gemeinsam in einen Schaukelstuhl setzen
  • Bücher lesen bis die Augen zu fallen
  • Gemeinsam einem Hörspiel lauschen
  • Kuschelnd den Abendhimmel bestaunen
  • Das Einschlafen ins Elternbett verlegen oder raus aus dem Familienbett ins Kinderzimmer

Merkst du, dein Kind ist wirklich noch nicht müde, dann lass es nochmals seinem Spiel nachgehen. Diese Zeit nutzen wir auch für uns, um den Rest vom Haushalt noch zu erledigen, Rechnungen zu zahlen oder ein Buch zu lesen. Es gibt Momente, da merken wir, dass das Kind nochmals Mama- oder Papazeit braucht und da vertiefen wir uns nochmals ins Spiel. Doch meist spielen die Kinder Abends am friedlichsten für sich.

Mama, ich bin müde – Selbstbestimmt ins Bett

Unser Weg, die Kinder selbstbestimmt ins Bett gehen zu lassen, hat uns manch nervenaufreibende Abende erspart. Du fragst dich vielleicht gerade, wie das funktionieren soll?

Einen geregelten Schlafrhythmus gibt es bei uns zu Hause eigentlich nicht. Wir selbst gehen auch ins Bett, wenn wir müde sind. Das lassen wir auch unseren Kindern. Wir möchten, dass sie ein Gefühl für ihren Körper und ihr eigenes Schlafbedürfnis entwickeln.

Von klein an schlafen Babys, wenn ihre Bedürfnisse gestillt sind, wenn sie
müde sind. Hier ganz klar noch dazu zu sagen, es gibt auch Babys, die geplagt werden durch Koliken oder die Reizüberflutung verarbeiten müssen und dadurch nicht in den Schlaf finden. Doch grundsätzlich schläft ein Baby, wenn es müde ist.

Und wenn man die Kinder lässt, wissen sie auch wenn sie älter sind ganz gut, wenn sie müde sind und was sie brauchen um in den Schlaf zu finden. Der Anfang kann auch ein wenig holperig sein. Denn lange wach bleiben ist erst einmal spannender. Doch die Geduld lohnt sich.

Unsere ältere Tochter darf, wenn sie Abends noch nicht müde ist, in ihrem Zimmer spielen oder Hörspiele anhören, sie meldet sich wenn sie müde ist. Dann legen wir uns mit ihr ins Bett, kuscheln und sie schläft (stressfrei!) ziemlich schnell ein. So haben wir ein Stück Feierabend und wir haben sie trotzdem stressfrei ins Bett gebracht. Sie ist selbstbestimmt und verlernt nicht ihren Bedürfnissen zu folgen.

Einschlafbegleiten

Abends im dunklen Zimmer – Einschlafbegleiten als Zeit für sich

Das Kind hat in den Schlaf gefunden aber kaum bewegt man sich ein bisschen, schreckt es auf und beginnt zu weinen. Na, wer kennt es? Ich habe viele Stunden neben meinen Kindern gesessen und sie gestreichelt. Meine beiden wichtigsten Utensilien auf dem Nachttisch wurden meine Kopfhörer und meine Leselampe.

Denn die Zeit kann eigentlich gut als Zeit für sich genutzt werden. Damit du deinen Tag in Ruhe für dich abschliessen kannst, hier ein paar Ideen dazu:

  • Podcast oder ein Hörbuch anhören
  • Meditieren, es gibt viele tolle geführte Meditationen
  • Ein gutes Buch lesen mit Leselampe
  • Atemübungen machen, sie wirken wahre Wunder im Alltag als Mama
  • Den Tag wertfrei Revue passieren lassen und für dich aufschreiben
  • Gute Blogs lesen

Nutze diese Zeit für dich. Gibt deinem Kind diese Sicherheit, die es braucht und verknüpfe es mit etwas, was dir gut tut. Kommentiere doch mal, was du Abends im dunkeln alles so machst.

Ich drück dich liebe Mama

Ja manchmal ist ist das Einschlafbegleiten nicht einfach. Es gibt Tage, da ist es einfach Nerven zerrend. Das ist auch in Ordnung, denn auch wir Mamas sind nur Mensch. Auch wenn Mama sein eine Superheldenkraft ist.

Sei nicht so hart mit dir selbst. Versuche nicht zu urteilen. Blicke auf die stressigen Situationen zurück und nehme für dich mit, was du das nächste Mal anders machen könntest.

In Momenten, in denen der Stress in deinem Kopf überläuft, atme drei mal tief durch, tue etwas was dir gut tut und schau deine Kinder an. Sie sind es definitiv Wert, auch wenn sie uns an unsere Grenzen bringen. Oder vielleicht gerade deswegen, weil sie uns über unsere Grenzen hinauswachsen lassen.

Zum Schluss bin ich gespannt, wie das Einschlafbegleiten bei euch zu Hause aus sieht? Wie geht es dir damit?

In ganz viel Liebe, deine Miriam.

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